Katterbach und Stöppling
Auf der vorangegangenen Seite habe ich unser bzw. mein „Revier“ umrissen. Dieses muß ich jedoch unbedingt noch um das Gelände rund um Katterbach und Stöppling erweitern. Gerade in jüngeren Jahren haben wir – insb. die Kinder der Paul-Ehrlich-Str. - dort unsere Zeit verbracht. Im Spätfrühling und Sommer beim Spielen im und am Bach sowie unter und auf den (Kletter)Bäumen, mit Fahrradfahren; im Herbst beim Drachen steigen lassen unterhalb des Stöppling und im Winter beim Schlittenfahren auf der (von uns so betitelten) „Kuhweide“. Gerade das Spiel am Wasser war spannend, fand sich doch im Bach so allerhand brauchbares – Batterien, Altreifen, Plastiksäcke und dergleichen. Einmal hatten wir sogar einen Katzengold-Claim abgesteckt! Doch auch das Schlittenfahren war interessant und erforderte Mut und Geschick; es endete meist dann, wenn derjenige von uns, der die Kufen seines Schlittens am besten vom Rost befreit hatte, zappelnd im die Weide umzäunenden Stacheldraht hing… In späteren Jahren wurde das Gebiet noch einmal interessant und fand als Mofa Renn- und Teststrecke Flanierweg Verwendung.
Hier nun ein kleines, kurzes Video in sehr schlechter Qualität. Es besteht aus Clips, die ich zwischen 2006 und 2007 unterhalb der „Kuhweide“und oberhalb des Baches aufgenommen habe.
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Heute scheint sich die Situation im „Revier“ deutlich geändert zu haben. Bei meinen ausgedehnten Foto-safaris, bei denen ich dann ein ganzes Weilchen an den jeweiligen Orten verbringe, habe ich noch nie ein Kind getroffen; Passanten im allgemeinen ganz selten. Woran liegt das? Gut, zum einen mag sich das demographisch erklären lassen, auch am veränderten Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen. Ich denke aber, es hat vor allem auch etwas mit dem gestiegenen Verkehrsaufkommen zu tun, welches aus den in den letzten 10 Jahren durchgeführten Straßenbaumaßnahmen resultiert.
Zum besseren Verständnis: entlang des Katterbachs gab es schon seit jeher einen Feldweg, der von der Landwirtschaft und den vom sonntäglichen Frühschoppen heimschleichenden genutzt wurde. Der Feldweg war im unteren Teil geteert, im mittleren und oberen Teil (ab der Brücke über den Bach) herrschten kasachische Streckenverhältnisse. Somit war der Verkehr sehr eingeschränkt, alle paar Stunden kam mal ein Auto vorbei. Ende der 90er Jahre wurde dann in Nacht und Nebel der obere Teil des Weges, der auf die Melsunger Straße führte, asphaltiert und mit Ausweichbuchten versehen. Der mittlere Teil blieb zunächst im Urzustand. 2006 wurde der Weg dann über die gesamte Strecke verbreitert und mit einer neuen Fahrbahndecke versehen, das Straßenniveau im unteren Teil teilweise angehoben. Seit diesem Zeitpunkt rollen die Autos, besteht doch nun eine zugelassene und gut befahrbare Abkürzung vom Efze Center / Herkules in Richtung Mörshausen. Am 01. August 2008 habe ich in diesem Bereich ein Stündchen verbracht und 12 Autos gezählt! Früher hätte ich dazu 3 Tage dort stehen müssen!
Hier nun zwei Bilder, die einen Vergleich zulassen. Es handelt sich um dieselbe Wegkurve, wenn auch aus leicht unterschiedlicher Perspektive aufgenommen. Das obere Bild stammt aus dem Jahre 2004, das untere aus 2006:
Nun ergibt sich logischerweise die Frage - wozu das Ganze? Ich kann diese Frage leider nicht beantworten, für meine Verhältnisse war die Baumaßnahme absoluter Unsinn, eine Landschaftsverschandelung, dazu noch kostenintensiv und das Wohnumfeld beeinträchtigend. Mal ehrlich: hätten die Leute aus dem Homberger Hochland, die dort jetzt entlangfahren, nicht (wie auch Jahrzehnte zuvor) über Welferode und Bundesstraße die Einkaufsmöglichkeiten erreichen können? Das macht einen lächerlichen Umweg von einigen wenigen Kilometern aus! Das Argument, das diese nun nicht mehr über das Homberger Stadtgebiet ihre Ziele ansteuern, ist quatsch. Das haben die vorher auch nicht gemacht, die Strecke wäre ja noch länger als die über Welferode. Mir fällt bei dem Ganzen jedenfalls ein gewisser Schnauzbart ein.
Nun ist es jedenfalls so, man kann es nicht mehr ändern. Homberg hat neben seiner Nordumgehung seit 2006 faktisch auch eine Ostumgehung und ist dadurch wieder ein Stück eingekesselter. Diese war ja schon seit Jahrzehnten in der Diskussion, wurde aber immer wieder abgelehnt. Doch nun wurden Fakten geschaffen. Öffentliche Diskussion? Fehlanzeige. Das ist den Hombergern anzukreiden, die Passivität und das fehlende Interesse! Ach, was soll´s…
Was gibt es noch zu sagen zu diesem Eckchen? Ganz interessant ist „Rentnersruh“, so nannte sich das Gebüsch unterhalb des Stöppling. Der Name stammt daher, daß es von Holzhäuser Rentnern gepflanzt, geschnitten, „durchtunnelt“ wurde. Lesesteine wurden zu Mauern aufgehäuft, Bänke aufgestellt. Heute ist das Gebüsch in ungepflegtem Zustand, die Erbauer sind wohl nicht mehr. Früher unheimlich, da von Schleichen bevölkert.
Auch der Stöppling selbst ist unheimlich, sind doch in den 80ern Außerirdische dort gelandet.
Jedenfalls haben wir uns das als Grundschüler so ausgedacht, war ein lustiges Spiel und eine Verschwörungstheorie. Einem Mitschüler haben wir das damals detailliert auseinandergesetzt, unter anderem auch, daß man abends nicht mit den Lichtkegeln der Straßenlatenen in Berührung kommen durfte. Dann würde man gleichgeschaltet (so wie bei „Invasion vom Mars„). Vor einigen Jahren habe ich genannten Mitschüler getroffen, wir haben uns über alte Tage unterhalten. Er hat mich beschimpft, da er fast ein Jahr lang vor lauter Angst keine Laternen mehr kreuzen konnte.
Gerade fällt mir ein – Äpfel! Wer Äpfel (oder Apfelsaft) mag, der kann in Homberg Lose zur Apfelernte ersteigern! Rund um Homberg stehen unzählige Apfelbäume, die wohl der Stadt gehören. Für wenig Geld (zumindest früher) kann man einen Zuschlag bekommen. Wir haben da auch mal mitgemacht und diese entlang des Katterbachs stehenden Bäume „ersteigert“:
Momentan fällt mir nix mehr ein; hier die fällige slideshow:
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